Dieses Jahr steht endlich mal ein Trip nach Norwegen auf dem Plan. Auf der Großen Liste steht die Reise schon länger, aber jetzt wird die Sache durchgezogen. Rojhaz und ich besuchen Andy, der seit etwas über einem halben Jahr da wohnt und arbeitet. Bei so einer Sache macht schon die Vorbereitung so richtig Spaß. Klar, beim fünften mal ist es bestimmt Routine, eine Premiere ist aber immer prickelnd. Ich hatte zwar schon einiges Outdoorequipment, mußte aber auch noch jede Menge besorgen. Für die Kosten wäre auch ein all-inclusive Urlaub in Tacka-Tucka-Land drin gewesen aber ich setze hier mal auf die Fixkostendegression.
Genug gelabert, zur Sache. Der Trip geht vom 10. bis zum 17. Juli. Wir fliegen von Bremen nach Haugesund. Frag nicht, ziemlich actig. Am Freitag muss ich normal arbeiten, danach Training, dann Sachen packen und ab to the road. Kleiner Tipp, vorab die Parkmöglichkeiten checken. Wir parken 5 min vom Flughafen entfernt und zahlen trotz Shuttleservice nur ein Drittel der Parkhausgebühren. Der Bremer Flughafen ist allerdings winzig und eher langweilig. Der Check-in geht dafür so richtig zügig und ein ganz klein bisschen Aufregung gibt es zumindest noch, als wir zur Sicherheitskontrolle des aufgegebenen Gepäcks hinter die Kulissen gebeten werden. Merke: Falls man ein Zippo mitnimmt kann es sein, dass man die Benzinspeicherwatte entfernen muss
Ok. Wir fliegen also nach Haugesund, fahren weiter nach Stavanger und beschließen noch am gleichen Tag outdoor zu gehen. Vorher besuchen wir noch einen Outdoorladen um Notnahrung, Insektenspray und Angelequipment zu besorgen. Mit diesem Boot stechen wir in See.
Am ersten Tag sind wir beim Fischfang mit Harpen richtig erfolgreich. Wir beschließen unser erstes Nachtlager auf einer kleinen Insel zu errichten.
Am nächsten Tag führt uns der Skipper in die tiefsten Tiefen des Kanninchenbaus, sprich, wir schippern so richtig in den Lysefjord (wer es wissen will, der ist ca. 40 km lang). Teilweise haben wir ca. 1,5m hohe Wellen. Allerdings bewahrheitet sich die Prognose des Skippers und die Seekrankheit bleibt aus. Au contraire, der Trip macht richtig Spaß.
Hier unsere zweite Anlegestelle. Obwohl uns Andy sagt, dass hier der Wanderweg beginnt, kann ich ihn nicht gleich ausmachen. Kleiner Tipp, links vom Wasserfall zwischen den beiden Birken geht es hoch. Der Weg ist mit roten “T”-Markierungen gekennzeichent. Ungewöhnlich aber ziemlich cool. Glücklicherweise bin ich mit einer Kampfmaschine und einem Supersoldier unterwegs, so komm ich schon nicht in Versuchung bei dem folgenden Höllentrip abzukacken, sondern versuche mein Gesicht zu bewahren.
Hier wird unser zweites Nachtlager aufgeschlagen. Idyllisch, isnt’t it?
Nach einer guten Wanderung befinden wir uns am nächsten Tag am Fuße des Preikestolen. Ist sich eine Touriattraktion und wir werden an dem Tag mehr Menschen als auf der kompletten restlichen Tour sehen.
Aouuuuuhhh!!!!!!!!
Hab ich schon erwähnt, dass ich es liebe autark zu sein. Mittagspause, jetzt. Chili con Carne und danach einen Kaffee. No problem
Ok, so sieht es oben aus. Krass, oder? 600m senkrecht runter. Absperrung oder so nicht vorhanden. Ist auch unnötig, unten gibt’s ja Wasser
Wieder unten. Weil wir so gut sind, lächeln wir nur gefällig. Die überteuerte Cola im Kiosk schmeckt aber wie Necktar und Ambrosia.
Dritte Anlegestelle. Nette Location zwischen den ganzen steil abfallenden Felswänden. Hier bleiben wir zwei Nächte. Notdach, Feuerstelle, Plumpsklo, alles vorhanden.
Morgens bevor die ersten Schiffe den Fjord entlang rauschen und das Wasser aufwühlen. Spiegelglatte Oberfläche. Wie gemalt, oder. Fehlt nur noch Jet Li aus Hero um auf der Wasseroberfläche einen surrealen Schwertkampf auszufechten. Falls es noch nicht aufgefallen ist, die Felsen flüstern permanent: “Kletter auf uns Sexmaschine, tu es, tu es”
In diesem kleinen Hafen ankern wir am Tag fünf. Siehst du den Berg im Hintergrund? Da wollen wir hoch. Als wir ankommen sind wir müde, platt und demoralisiert. Nichts was sich durch eine Cola (zero
) und ein Energyriegel nicht kurieren liese.
Hier ein paar Impressionen von der Strecke nach oben.
Hier wollen wir unser fünftes Nachtlager aufschlagen. Nachdem wir uns für 2 Liter Wasser in Lebensgefahr begeben haben und durch ein kleines Rauchfeuer notdürftig 25.000 Fliegen vertrieben haben. Dummerweise zieht ein Gewitter auf, durch das der Abstieg next to impossible werden würde. Also, Trangias raus und Nudelmahlzeit zubereiten. Für den Aufstieg haben wir gut 3 Stunden gebraucht. Inwzischen ist es ca. 20 Uhr. Glücklicherweise bleibt es bis nach 23 Uhr hell. Keine Furcht, keine Schmerzen. Wäre es leicht, könnte es ja jeder
Sieht dieser Weg nach Blut, Schweiß und Tränen aus? Nein? Dann lügt das Bild
Am Fuße des Berges übernachten wir auf einer Wiese. Nachts schüttet es wie aus Kübeln, but our Gossamers don’t care
Am nächsten Tag geht es bei relativ rauher See zurück.
Die letzten zwei Tage verbringen wir bei Andy daheim und füllen unsere leeren Speicher wieder auf.
Hier noch ein paar kurze Einblicke ins Städtchen, dem wir einen Besuch abstatten.
Vielen Dank an Nicole für die Gastfreundschaft und an Andy für das super Gesamtpackage. Hat riesen Spaß gemacht.









































