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Subzero Outdoor – 10.01.2009

Januar 14, 2009

Es heißt, wir hätten den kältesten Winter seit 22 Jahren. Das letzte mal war ich 10, das nächste mal werde ich 54 sein ;-) But tonight’s the night, baby. Und was für eine Nacht.

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Wir haben Vollmond und gediegene -12 Grad. Ich habe wieder eine Stirnlampe, aber bei dem Strahler am Himmel braucht man die fast nicht. Jürgen ist der Erste und sorgt für den wichtigen Mittelpunkt.

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Danach hat er sich etwas Kühles zu trinken verdient. Wir haben schon einmal über den Zusammenhang von Druck und Temperatur gesprochen. Die Theorie ist ja nett, die Praxis ist netter. So sieht es aus, wenn man eine eiskalte Flasche öffnet, in der sich vorher noch flüssiges Getränk befand.

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Wir haben uns zwar ein warmes Refugium geschaffen, unter freiem Himmel ist es aber schöner. Allerdings sinkt die Temperatur weiter und selbst 3 bis 5 Lagen Kleidung drohen an ihre Grenzen zu stoßen. Glücklicherweise kennt Matthias, als weitgereister Globetrotter, einen alten Trappertrick gegen die Kälte: Feuerzangenbowle. Alles was er dazu braucht, sind ein Schweizer Taschenmesser, ein Schnürsenkel und noch 2 bis 3 Kleinigkeiten. Voilà, es werde Licht.

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Gleich besser. So kann man es aushalten. Es folgt noch ein angenehmer Abend mit netten Gesprächen, glaube ich :-) So langsam wird die Runde kleiner. Jetzt noch eine heiße Gulaschsuppe im Refugium. Als uns auch noch der letzte Heimschläfer verläßt wird es ernst. Das Nachtlager will aufgebaut werden. In dieser Nacht, an dieser Stelle wird das Quecksilber bis auf -17 Grad sinken. Die Stimmung wechselt von ausgelassen, entspannt auf konzentriert. Bei allem Spaß bewegen wir uns hier in einem Bereich, der ohne das richtige Equipment und die entsprechende Vorbereitung auch richtig unangenehm werden kann. Aber das ist das Schöne an den Kollegen: Für jeden Blödsinn zu haben, aber voll bei der Sache wenn es darauf ankommt. Jeder fährt, bedingt durch das zur Verfügung stehende Material seine eigene Strategie. Alle liegen auf einer Erhöhung (Feldbett/Liege) mit verschiedenen Auflagen. Darauf hat Jeder seine eigene Kombination aus verschiedenen Schlaf- und Biwaksäcken.

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Ich habe heute erstmals eine Feldbettauflage von Nordisk im Einsatz. Biwaksack wie gehabt. Mein „Adventure“ wäre unter diesen Bedingungen hoffnungslos überfordert, deshalb verwende ich heute den Defence 4 von Carinthia (zu diesem netten Teil bald mehr in einem „Equipmentcheck“). Das Einsteigen in die Schlafhöhle ist eine Sache für sich :-)

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Nachdem das geschafft ist, sieht es aber etwa so aus:

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In der Schlafhöhle ist es erstmal richtig angenehm. Hosen und Jacken werden ausgezogen und mit rein genommen. Kurz überlegen wir, auch die Schuhe zu verpacken und in den Schlafsack zu stecken, lassen sie dann aber draußen. Bei diesen Temperaturen spürt man jede Schwachstelle in der line of defence gegen die Kälte. Die Reißverschlüsse sollten deutlich kürzer ale bei einem Sommerschlafsack sein und mit einer überlappenden Schicht verdeckt werden. Die Gesichtsöffnung wird möglichst klein gehalten und das Gesicht zusätzlich mit einer Sturmmaske geschützt. Dicht am Feuer dient der Biwaksack neben seiner normalen Funktion als Wind- und Nässeschutz auch noch als Abwehr vor Funkenflug. So gegen 4 Uhr stelle ich fest, dass die Feldbettauflage allein gegen die Kälte zu wenig ist. Es wird von unten her leicht frisch. Dummerweise sollte ich jetzt auch noch dem Ruf der Natur folgen, was man sich in dieser Situation zweimal überlegt. Schließlich gehe ich doch raus und nutze den Rückweg um das Feuer noch einmal zu füttern.

Als die Sonne aufgeht, was die Landschaft wie gemalt aussehen läßt, haben wir dank ordentlicher Feuerwache immer noch eine schöne Wärmequelle, die dem Schlüpfen aus dem Schlafsack etwas den Schrecken nimmt.

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Der Anblick des Raureifs auf den Schlafhüllen und des gefrorenen Kondenswassers auf der Innenseite der Biwaksäcke kommt schon richtig gut.

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Zum Frühstück feuerzangenbowlen-flavored Kaffee bringt die Lebensgeister dann auch wieder zurück. Wieder Spaß gehabt und auch wieder was gelernt, was will man mehr. Nur das mit der Mäc-Bestellung müssen wir nochmal üben :-)

Bis zum nächsten mal, outdoor.

Ein Kommentar

  1. Wie geil!!!!!!!!!!!

    Die Runde der hartgesottenen Outdoor-Jungs wird immer größer. Ziemlich Cool.

    Zu Deinem Geburtstag wünsche ich Dir von Herzem alles erdenklich Gute. Bleib gesund und ich bin schon gespannt auf viele weitere coole Berichte vom Fort.

    alles Liebe
    Kuss Anne



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