
Applegate Trainer
Oktober 2, 2008Heute stelle ich euch ein nettes Trainingstool vor, den Applegate Trainer. So sieht das gute Stück aus:
Das Teil ist die Trainingsversion des Messers, das nach Entwürfen von Colonel Rex Applegate hergestellt wurde. Rex Applegate ist ein weltberühmter Experte im bewaffneten und unbewaffneten Nahkampf und u.a. Autor von „KILL OR GET KILLED“, einem absoluten Klassiker. Nach seinen Entwürfen gibt es bei Böker das Applegate Messer in verschiedenen Varianten. Ich würde sagen, der „Trainer“ ist dem Original sehr gut angeglichen. Kucksch du:
Qualitativ passt der „Trainer“ zum hohen Standard der Applegates. Die derzeit 17,50 Euronen für ein Gummimesser erscheinen nur auf den ersten Blick etwas hoch. Wir hatten schon Gummimesser zum halben Preis im Einsatz, die ca. 2 Sparringseinheiten durchgehalten haben und danach Schrott waren. Mein „Trainer“ hat inzwischen 50+ harte Einheiten auf dem Buckel und weist noch keine Ermüdungserscheinungen auf.
Warte warte, Gummimesser, damit kann man doch nicht highly effective, reality based trainieren
Den Quark hab ich früher auch gedacht. Klar, man kann es nicht multifunktional einsetzen. Für gewisse Drills und Entwaffnungstechniken ist es weniger geeignet, da es flexibel ist. Dafür sind Holz- oder Alumesser besser geeignet. Für’s Messersparring gibt es jedoch nichts Besseres. Die Regeln dafür sind denkbar einfach: Ohne Schutzausrüstung wird das Gesicht als Ziel ausgespart, ansonsten geht alles. Es werden bewußt keine Vorgaben gemacht, um der Kreativität der Leute freien Lauf zu lassen und um allzu viel Vorhersehbarkeit aus dem Spiel zu nehmen. Selbst mit dem Gummimesser gibt es dabei Schrammen und manchmal blutige Knöchel. Ein Alumesser ist auch nicht realistischer, allerdings sind die Knöchel damit nach einer richtigen Einheit ca. 10 Tage farbig und geschwollen. (Ratet woher ich das weiß
).
Messerdrills und Übungen sind eine gute Sache und ein wichtiger Teil für viele Kampfsportsysteme. Das Sparring sollte jedoch sehr früh mit in den Ausbildungsplan aufgenommen werden. Es ist einfach faszinierend und eine interessanrte Erfahrung. Man macht jahrelang Drillübungen und fühlt sich langsam als echter Messerexperte. Dann macht man 30 min Sparring mit einem Partner der richtig dagegen hält und wird 12 Mal „tödlich“ getroffen (und das an den guten Tagen). Das bringt einen doch zum Nachdenken.
Abgesehen vom bösen „Messerkampf“ ist das Messersparring eine super Bewegungsschule. Es bedarf keiner 1000 Vorgaben. Es reicht: Versucht zu treffen und selber nicht getroffen zu werden. Sobald es den Leuten bewußt wird, dass man es sich in diesem Spiel nicht leisten kann einen Schlag „zu fressen“, ist es beeindruckend, wie sie sich bewegen. Ganz abgesehen von allem anderen: Diese Art von Training macht super Spaß. Unbedingt mal ausprobieren.
Man sieht sich im Training.



