Freitag abend, nach einer langen Woche verlässt du endlich das Büro und die Stimmen in deinem Kopf werden immer lauter. Nicht gut. Jetzt müssen unbedingt Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Normalerweise wäre Powern jetzt das Mittel der Wahl. Für mich heute aber auch nur eingeschränkt möglich. Hänge ziemlich in den Seilen. Will nicht hoffen, dass die Stimmung schon auf die körperliche Leistungsfähigkeit schlägt und eine üble Abwärtsspirale in Gang setzt.
Glücklicherweise ist auf das Luta Livre Training Verlass und die Kampfmaschinen reissen mich wieder gut mit. Danach geht es mir besser, aber ich bin noch lange nicht im grünen Bereich. Den restlichen Abend auf der Couch zu verbringen würde mich wieder zurück ins Loch reissen. Also packe ich kurzfristig meine Sachen und gehe nach Outdoorhausen.
Heute wird das Lager mal etwas anders gestaltet. Die equadorianische deluxe Hängematte von Anne und darüber für alle Fälle ein Tarp. Bei einem Vorabversuch habe ich die Hängematte mit einem dehnbaren Seil aufgehängt, keine gute Idee. Inzwischen habe ich eine 8er Reepschnur besorgt, die nur eine sehr geringe Dehnung hat. So sieht das aus:
Beim Lagerbau leistet die Stirnlampe wieder super Dienste. So ein Teil ist draußen unersetzlich. Heute entfache ich nur ein sehr kleines Feuer. Der Mond ist ziemlich voll und die Temperatur sehr angenehm. Das Problem sind nur die elenden Stechmücken. Habe aber auch daran gedacht und ein nettes Spray besorgt, dass recht wirksam ist. Aaaah, jetzt kann man mal endlich loslassen. Mit etwas zu Trinken am Feuer zu sitzen ist einfach ultra entspannend.
Gegen später gehts dann ab in die Hängematte. Ich versuche mal auf den Schlafsack zu verzichten und statt dessen einen Poncholiner zu benutzen. So ein Teil haben mir Jürgen und Nicole empfohlen, die damit sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Ist im Prinzip eine große, dünne Decke, die trotzdem gut warm gibt. Teilweise wird es nachts doch etwas frisch, wenn man sich aber richtig einwickelt und mit einem Shemag zur Unterstützung ist es doch ganz gut auszuhalten.
Regen gibt es keinen und so dient das Tarp am nächsten Morgen als Sonnensegel:
Hat richtig Spaß gemacht und, viel wichtiger, mich wieder gut runter gebracht. Das schreit auf jeden Fall nach einer baldigen Wiederholung.



