Am Donnerstag ist die Nacht irgendwann zwischen 4 und 5 Uhr vorbei. Frag mich nicht wann genau, zu so unchristlichen Zeiten bin ich auf Autopilot. Wir müssen zum Flughafen nach Köln, weil wir nur von da einen Direktflug bekommen haben. Die Autobahn ist frei und wir hätten den eingebauten Puffer nicht benötigt, aber sischer is sischer. Wir fliegen mit Continental, um 11 Uhr gehts los, Dauer ca. 8h, Ankunft in Newark so gegen 13 Uhr (weil wegen die Zeitverschiebung, normal). Von hier geht es mit dem Taxi nach Mannhatten, mitten rein. Hotel Pennsylvania, direkt an der 7th Ave, gegenüber Madison Square Garden. Nur 2 U-Bahn-Stationen bis zum Time Square, im Fashion District.



Ok, ich bin erst zum zweiten Mal in New York und auch jetzt noch weit, weit, wirklich weit davon entfernt zu behaupten, dass ich die Stadt kenne, aber das, was ich bisher gesehen habe ist super. Versteh mich richtig, ich bin Outdoorfan und fühle mich überhaupt nicht unwohl bei dem Gedanken, tagelang auf einem Hügel zu sitzen, den Horizont zu beobachten und zu schweigen nur um festzustellen wie laut ein Flüstern sein kann. New York ist auf der „Was-geht-Skala“ so ziemlich am anderen äußersten Ende angesiedelt. Trotzdem hat es mir super gut gefallen und hey, ich hab bisher ja kaum was gesehen.
Das coole an einem Trip über einige Zeitzonen gen Westen: Man ist morgens ab ca. 4 Uhr fit. Einmal muss ich mir einen Spaziergang um 5 Uhr früh durch die Straßen Mannhattans geben. Zu mir hat mal Jemand gesagt, dass es nicht stimmt, dass NY nie schläft, da wäre auch manchmal tote Hose. Jedenfalls nicht bei meinem Rundgang. Hier ist an einem Freitag um 5 Uhr morgens mehr los, als am Samstag Abend um 22 Uhr in der City von HN.
Um 6 Uhr gehts zum Frühstück in einen Dunkin Doughnut. Ich sage dir eins: Falls die irgendwann (was Gott verhüten möge) auf die Idee kommen, in BR einen DD zu eröffnen, brauche ich grob geschätzt 3 Monate und ihr könnt mich Jabba de Manu nennen. Ich würde schon behaupten, dass ich ein ziemlich harter Typ bin, aber als die Lady reinkam und für’s Büro 3 große Kaffee und eine 12er-Schachtel gemischte Doughnuts bestellt hat, da hatte ich Tränen in den Augen
Ansonsten verbringt die Maus den Freitag mit ihrem special interest Programm und ich entdecke zwei sehr wichtige locations:
- Midtown Comics, 7. Ecke 40., der Traum jedes Comicfans. Leider ist „All Star Batman and Robin“ 1 und 2 auch hier ausverkauft
Ich beruhige meine winselnde Kreditkarte und nehme nur „Batman: Hush“ mit, tue mir damit aber selber Gewalt an
- Border Books vorne im Madison Square Garden drin. Als ich den Laden verlasse habe ich „How to Rock Climb“ und Randy Couture „Wrestling for Fighting“ dabei. Das klingt jetzt ziemlich schnell und entspannt, ist es aber nicht. Es spielen sich dramatische Szenen ab, weil ich jede Menge meiner Babies zurücklassen muss.
Am Samstag sind wir wieder sehr früh auf der Straße. Wir fahren mit der U-Bahn weit nach Downtown, fast bis an die Südspitze der Insel. Kurzer Exkurs zur Orientierung: Im größten Teil Mannhattans ein Traum. Von Norden nach Süden Avenue, von Osten nach Westen Street. Einfach durchnummeriert. Nicht so in der Gegend in der wir uns gerade aufhalten. Na egal, ich habe eine grobe Karte und als alter Pathfinder kann ich mich ganz leicht an der aufgehenden Sonne orientieren. Gibt es keine Sonne in diesem Land, Chriiist? Gibt es schon. Ist es nicht ok, dass wir unsere Türme bis in den Himmel bauen. Sischer, damit komm ich klar. Aber hey, müsst ihr die Teile wirklich mit Glas verkleiden und verspiegeln? Je nachdem wie ich stehe scheint die Sonne aus einer anderen Richtung. Der gute alte Lederstrumpf hätte sich das Leben genommen
Egal, irgendwie schaffen wir es an die Südspitze und haben einen tollen Blick auf den Hudson, die Freiheitsstatue und Ellis Island. Danach geht es hurtig zum Busterminal in der 42. Straße. Von hier fahren wir ca. eine Stunde bis zu einem Outlet-Dorf in New Jersey. Die nächsten Stunden verbringen wir bei strahlendem Sonnenschein mit dem, was viele Frauen besonders gerne tun. Der günstige Dollarkurs hilft, trotzdem muss ich so manche Träne schlucken. Am Abend treffen wir uns mit ein paar Mädels im Hard Rock Cafe und erlauben es unseren erschöpften Körpern kurze Zeit später ohnmächtig zu werden
Am Sonntag steht Sightseeing auf dem Plan. Für einen Überblick drehen wir bei der Downtown-Loop-Tour eine Runde mit dem Bus. So sieht es hier aus:



Am Montag Morgen stehen wir gleich um 8 Uhr am Rockefeller Center um uns „Top of the Rock“ zu geben. Schon beeindruckend, kucksch du:




Gegen Mittag müssen wir aus dem Hotel auschecken. Rückfaht zum Flughafen mit dem Bus. Preismäßig viel besser
Da hängen wir noch einige Stunden rum bevor wir wieder knapp 8h zurück fliegen. Mittelsitz, schlafen uncool. Von Köln aus nochmal 3h mit dem Auto bis daheim. Starte Operation „wer hat Angst vorm Jetlag“.
Fazit: Super Stadt, nur Bruchteil gesehen, wieder hin will.