In den letzten Tagen habe ich zwei richtig gute Bücher gelesen, die ich euch hier vorstellen möchte. Beide sind von Max Brooks und vor kurzem auch auf Deutsch erschienen.
Das erste Buch ist der Zombie Survival Guide. Wer schon andere Survival-Bücher gelesen hat, wird sich schnell zurecht finden. Das einfache Durchlesen mag etwas trocken sein, ist aber für einen vernünftigen Überblick schon ratsam. Ansonsten kann es sehr gut als Nachschlagewerk benutzt werden, um sich für die relevanten Themen fit zu machen. Es enthält Skizzen, Zeichnungen und Checklisten wie andere Survival Guides auch. Zum Überleben im Allgemeinen wird aber immer wieder auf die entsprechende Fachliteratur verwiesen, denn darum geht es in diesem Buch nicht schwerpunktmäßig. Hier geht es um alles, dass man zum Überleben unter Untoten wissen muss. Hinweis an dieser Stelle: Es ist kein militärischer Ratgeber und auch kein strategisches Fachbuch für die politischen Führungen. Der Survival Guide wendet sich an den durchschnittlichen Zivilisten mit begrenzten Ressourcen. Kleine Einschränkung für unsere Breiten: Da der Autor Amerikaner ist, setzt er einen leichten Zugang zu den verschiedensten Handfeuerwaffen voraus. Für die meisten von uns wird es nicht so leicht sein, an die richtige Hardware zu kommen. Aber keine Angst, es wird auch ausreichend auf die Vor- und Nachteile von verfügbaren Waffen eingegangen. Hier eine kurze Kapitelübersicht:
- Die Untoten: Mythos und Wirklichkeit
- Waffen und Kampftechniken
- Über die Verteidigung
- Auf der Flucht
- Über den Angriff
- Leben in der Welt der Untoten
Angeschlossen wird das Ganze von einer chronologischen Auflistung aller überlieferten Angriffe von Untoten.
Das zweite Buch ist wirklich der Hammer. Vorsicht, hat man erst mal angefangen zu lesen, kann man es nur noch ganz schwer aus der Hand legen. Der deutsche Titel ist allerdings selten dämlich: „Wer länger lebt, ist später tot“. Davon hätte ich mich fast abschrecken lassen. Klingt so, als wäre es ein großer Spaß mit jeder Menge Gags. Ist es aber nicht. Glücklicherweise nimmt der Autor, genauso wie in seinem ersten Buch, die Sache sehr ernst. Im Grunde handelt es sich um eine Sammlung von Interviews und Tatsachenberichten von Überlebenden des großen Zombiekrieges.
Der Autor geht mit großem Respekt vor. Ohne Wertung lässt er die unterschiedlichsten Zeitzeugen zu Wort kommen. Er reist rund um die Welt, spricht mit Politikern, Soldaten, Ärzten, Piloten, Seeleuten, Geheimdienstlern, Kriegsgewinnlern, Geistlichen, und und und. Die Berichte sind erschütternd, frustrierend, ermutigend und decken darüber hinaus fast alle emotionalen Stimmungen ab.
Da ist der Bericht über die erste große amerikanische Offensive, bei der die ganze Vernichtungsmaschinerie versagt und das Land in eine tiefe Krise gerissen wird. Die Flucht der Familie in einem Wohnmobil Richtung Norden. Der japanische Online-Süchtige, der zum ersten mal seit Jahren seine Wohnung verlassen muss. Das chinesische Atom-U-Boot, dass desertiert. Der indische Soldat, der beim Rückzug ins Himalaya eine kurze Begegnung mit dem Nationalhelden hat. Der Aufstieg der kubanischen Wirtschaft. Der Überlebenskampf der abgeschossenen Pilotin, die von einer Stimme aus ihrem Funkgerät geleitet wird. Der Astronaut von der ISS, der mehrere Jahre im Orbit aushalten musste. Der Rollstuhlfahrer, der sich der Bürgerwehr anschließt. Der südafrikanische Redeker-Plan, der die Wende einleitet, jedem zivilisierten Menschen aber den Schauer über den Rücken jagt. Die Arbeit der Behörde für strategische Ressourcen. Die Rückeroberung mit Mitteln und Taktiken aus vergangenen Kriegen und vieles mehr. Da gibt es die Menschen, die an der Aufgabe wachsen und zu Helden werden und die, die an den Grauen zerbrechen.
Man kann die Bücher unabhängig voneinander lesen. Zum besseren Verständnis und für einige Hintergrundinformationen bietet es sich jedoch an, vorher den Survival Guide zu lesen.
Bleibt nur noch eines zu sagen: Viel Spaß beim Lesen !!!
