Weblog-Archiv für 15. Dezember 2007

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3. Dan – Prüfung am 9. Dezember 2007

Dezember 15, 2007

Sonntag, 9. Dezember 2007. Die letzten Wochen und Monate dienten zur Vorbereitung auf diesen Tag. Heute ist meine Prüfung zum 3. Dan und heute will ich in der richtigen Form sein. Vorbereitungslehrgänge in Hemsbach, Offenburg und Philippsburg, der Auffrischungskurs in 1. Hilfe, die Trainingstreffen in Heidelberg, ständiges Feilen und Nachbessern am Programm, regelmäßiges Visualisieren der Abläufe in immer kürzer werdenden Abständen, am Ende bei jeder Gelegenheit. Wenn du dich nachts im Bett nicht mehr einfach umdrehst, sondern dich zu einem Seoi-nage eindrehst, dann bist du auf dem richtigen Weg :-)

Trotz allem nagen einige Zweifel. Habe ich genug gemacht? War ich bei früheren Prüfungen nicht noch besser vorbereitet? Wird es sich rächen, dass ich in den letzten Wochen gezwungenermaßen das Lauf- und Krafttraining vernachlässigt habe? Die Prüfung habe ich seit Wochen im Kopf, aber ab Samstag Abend beginnt sich die Nervosität zu steigern. Easy son, das gehört zum Spiel dazu. Erst die Möglichkeit zu scheitern macht aus der Angelegenheit eine Herausforderung und steigert den Reiz.

Abfahrt ist um halb 9 Uhr morgens. Unterstützt werde ich von meinen Mädels. Beginn ist um 10 Uhr im Dojo in Mannheim. Es gibt zwei Prüfungsgruppen, 11 Leute auf den 1. Dan in der einen, 10 Teilnehmer auf den 2., 3. und 5. Dan in der anderen.

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Prüfer in meiner Gruppe sind: Rainer Schwarz (7. Dan), Michael Korn (5. Dan) und Günter Beier (5. Dan). Das Gesamtprogramm wird in einzelne Blöcke aufgeteilt (Komplexaufgaben, Würfe, Hebel, Gegen- und Weiterführung, Waffen, SV, …), die dann jeweils von allen Prüflingen abgearbeitet werden.

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In der Vorbereitung habe ich, wie in den letzten Jahren, hauptsächlich mit Alexander trainiert. Zusätzlich habe ich einiges mit Uli, Thomas und Friedemann gemacht. Mit solchen Leuten macht sowohl die Vorbereitung als auch die eigentliche Prüfung richtig Spaß. Sie sind dynamisch, kontrolliert, tolle Techniker und sie wissen was sie tun. Auf diesem Level werden viele Techniken frei, bzw. auf Ansage der Prüfer abgefragt. Klar sollten die Techniken mit jedem Partner funktionieren, aber bei einer Prüfung geht es auch darum, eine gute Präsentation zu liefern. Das ist bei weitem einfacher, mit einem höheren Spaßfaktor und viel geringerer Verletzungsgefahr, wenn man keinen ängstlichen Holzer oder einen planlosen Prügler vor sich hat, sondern einen der oben genannten Kollegen.

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Aufgrund der großen Gruppe zieht sich die Prüfung doch recht lange. Wir sind ca. 6 Stunden im Einsatz. Man ist zwar immer wieder in Action, dazwischen gibt es aber doch mehr oder weniger lange Pausen. Diese Zeit nur zum Abhängen zu nutzen ist nicht wirklich der Alpha-Plan. Klar ist es wichtig, sich als Partner zur Verfügung zu stellen, auch im Hinblick auf das Prüfungsfach „Partnerverhalten“, aber vor allem, um die Maschine auf Temperatur zu halten. Beim Kampfsport bleibt es nicht aus, den ein oder anderen Hieb zu „fressen“ oder auch einmal etwas unsanft zu landen. Solange sich die Blessuren in Grenzen halten, kommt man damit ganz gut klar, so lange man warm und in Action bleibt, dagegen gilt die Formel: Auskühlen = gar nicht gut.

Leider gibt es auch einige ernstere Verletzungen. In der anderen Gruppe bricht eine Rippe und bei uns stoßen ganz zum Schluß bei der freien Anwendung zwei Leute beim Übergang Stand-Boden mit den Köpfen zusammen. Alexander übersteht die Sache ganz gut, aber sein Partner muss mit einem gebrochenen Jochbein ins Krankenhaus.

Am Ende erreichen fast alle das Prüfungsziel. Der JJVB hat jetzt 11 neue Träger des 1. Dan, 5 mal den 2. Dan, 3 mal den 3. Dan und mit Uli einen, der seine Ju-Jutsu Prüfungskarriere mit dem 5. Dan abschließt. Mein persönliches Resümee: Der 1. Dan war etwas ganz Besonderes, damals bin ich wochenlang auf einer Wolke gewackelt, beim 2. Dan war ich im Flow. Man gibt Vollgas, alles läuft super und man weiß, dass nichts schief gehen kann. Dieses Gefühl hatte ich dieses Mal leider nicht (kann man wohl nicht immer verlangen), aber es ist gut gelaufen, hat Spaß gemacht und war eine Ehre mit diesen Leuten eine Prüfung zu machen.

Mein Ziel ist es auf jeden Fall nicht, eine Prüfung nur mit Ach und Krach zu bestehen, weil „hinterher eh niemand mehr fragt wie das Ergebnis zu Stande gekommen ist“. Kann schon sein, aber die entscheidende Person weiß es und die muss heute damit klar kommen und irgend wann, „wenn ich sterbend auf meinem Bett liege und jeden Augenblick, von heute bis zu diesem Moment dafür eintauschen würde, um noch einmal hier stehen zu können“. Am Ende können wir mit der Sache gut leben und auch die Prüfer sind zufrieden und meinen, dass unsere Leistungen der Graduierung würdig sind.

Und jetzt, ist erstmal Pause angesagt, darf man sich jetzt wohlverdient auf seinen Lorbeeren ausruhen? Hääh, wie jetzt? Ok, jede Stelle des Körpers schmerzt und die Blessuren dürfen schon wieder heilen, aber dann geht es direkt weiter. Das war wieder ein Motivationsschub, aber auch ein weiterer Schritt in Richtung mehr Verantwortung. Ich will ein guter Ju-Jutsuka und Kampfsportler sein und die Reise ist noch lange nicht am Ende.

Man sieht sich im Training.