Letztes Wochenende war ich bei einem Schwertseminar, organisiert von Renate und Martin. War richtig klasse aufgezogen in einer absolut stilvollen Kulisse. Die Einstimmung gab es bei einem Rundgang durch die Altstadt von Bad Wimpfen, das eigentliche Seminar fand dann im Hof der Burg bei Heinsheim statt. Die Teilnehmer hatten zwar ihre Wurzeln in den asiatischen Kampfkünsten (Karate, Ju-Jutsu, Kobudo, Shinkendo, …) und waren dementsprechend alle mit Bokken ausgerüstet, Thema des Seminars war aber das europäische Langschwert, der Eineinhalbhänder.
Der Referent hat den Backround und die Waffen der Leute aber berücksichtigt und zum Großteil Techniken gezeigt, die auch gut mit einem Katana, also einer einschneidigen Waffe ausgeführt werden können.
Ich weiß, ich weiß, konzentriere dich auf eine Sache richtig und tanze nicht auf allen Hochzeiten gleichzeitig. Ist mir schon klar, aber es hat mal wieder richtig Spaß gemacht und es war mal wieder schön, das gute Hickory Bokken zu schwingen. In den letzten Tagen hole ich es wieder öfters von der Wandhalterung um es liebevoll zu tätscheln
Natürlich gibt es beim europäischen Schwert einige Besonderheiten, aber es ist auch interessant, wie ähnlich viele Techniken dem japanischen System sind. Wie hat es einer so schön ausgedrückt: „Gleiche Problemstellungen unter ähnlichen Bedingungen führen unabhängig voneinander zu vergleichbaren Ergebnissen“.
Wir haben sehr intensiv Basistechniken trainiert. Das Grundschlagmuster, Angriffe, Paraden und einfache Konter. Früher haben mich die vielen Wiederholungen schnell gelangweilt, inzwischen finde ich die Wiederholungen und das Feilen und Verfeinern der Technik aber richtig gut (meistens jedenfalls). Wird wohl das Alter sein
Neben dem praktischen Teil gab es noch einen Überblick über entsprechende Literatur. Dafür bin ich immer zu haben und habe festgestellt, dass bei mir im Regal einige der „Muss-man-unbedingt-haben“-Werke stehen. Außerdem gab es noch eine kleine Präsentation von verschiedenen Schwertern mit der Möglichkeit, sie mal in die Hand zu nehmen und zu schwingen. Bei so etwas habe ich immer ein Leuchten in den Augen (ihr wisst schon, die Kinder und der Weihnachtsbaum) und ein Kribbeln in den Fingern. War vermutlich nicht schlecht, dass ich ziemlich unter Zeitdruck war und vorzeitig gehen musste, sonst hätte ich vermutlich ziemlich viel Geld ausgegeben und dafür ordentlich Ärger bekommen
Jedenfalls wirkt das Seminar noch immer nach und ich freue mich schon auf die nächste Gelegenheit das Schwert oder Bokken zu schwingen.

