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Samurai Premium II von Böker

August 13, 2008

Vor Kurzem habe ich mir das Samurai Premium II Katana von Böker bestellt. Da die Katalogbeschreibung nicht wirklich viel hergegeben hat, war ich schwer auf das gute Stück gespannt. Laut Beschreibung hat das Premium II “eine geschmiedete Klinge aus hochlegiertem Kohlenstoffstahl” ist “beeindruckend scharf” und hat eine “Griffwicklung mit echter Rochenhaut-Unterlage”. Was dabei etwas stutzig macht ist der Preis. Man bekommt das Teil für knapp 150 Euro.

Alle die sich auch nur ansatzweise mit Katanas beschäftigen, wissen was ich meine, für die anderen eine kurze Erklärung: Sicher, du hast schon Samuraischwerter für 35 Euro gesehen. Für 50 Euro bekommst du dazu ein Wakizashi und ein Tando und der Ständer ist auch noch mit dabei. Vergess es. Das ist Müll aus rostfreiem 420er oder 440er Stahl. Die Dinger sind protzig aufgemacht, aber du darfst sie dir nur an die Wand hängen. Komm nie auf die Idee, sie für Tameshigiri oder Iaido zu verwenden. (Nur für’s Protokoll: Ja, ich hatte solche Teile auch daheim stehen und ja, ich hatte mit dem Gedanken gespielt, mich in Connor McLeod umbenennen zu lassen, aber man wird älter und lernt ein oder zwei Dinge dazu, mit etwas Glück :-) ). 150 Euro zahlt man oft schon für ein gutes Messer. Für ein Schwert, dass für sportliche Zwecke verwendet werden soll ist das, wie der Anglais sagt, next to impossible.

Nun aber zur Sache, sprich zu dem Katana, das mir Kevin, wie ich unseren Postman nenne, nach einer ultra kurzen Wartezeit gebracht hat. Fangen wir am Besten mit einer Gesamtübersicht an.

Das Katana wird in einer netten stoffüberzogenen Kiste, inkl. eines Transportbeutels geliefert. Hier einige Detailaufnahmen:

Hier einige Fakten zu meinem Premium II: Katana und Saya (Scheide) wiegen zusammen ca. 1.250 g. Das Katana alleine wiegt knapp über 1.000 g. Es ist gut ausbalanciert und liegt dementsprechend leicht in der Hand. Die Gesamtlänge beträgt ca. 103 cm. Die Klinge hat eine Länge von knapp 70 cm. Die durchbrochene Tsuba gefällt mir sehr gut. Der Griff ist an der Angel mit 2 Mekugis (Haltedübel) befestigt. Der erste nach ca. 4 cm, der zweite nach ca. 20 cm. Das deutet darauf hin, dass die Angel weit in den Griff hinein reicht. Fuchi (Schwertzwinge) und Kashira (Knauf) sitzen etwas locker und haben dementsprechend Spiel (könnte besser sein). Die Menukis (Griffzierrat) sind goldfarben, die Griffwicklung und die Unterlage schwarz. Meiner Meinung nach sieht das ziemlich cool aus. Ob die Griffunterlage tatsächlich aus echter Rochenhaut ist kann ich nicht sagen (bisher habe ich noch nie einen Rochen betatscht und werde das auch in Zukunft unterlassen um nicht das Schicksal des crocodile hunter zu teilen). Das Katana sitzt gut, aber nicht sehr fest in der Saya. Wenn man das Schwert an der Saya, Tsuka (Griff) nach unten hält, löst sich das Katana nicht. Die Klinge hat eine beidseitige Hohlkehle (Hi) und nur eine relativ leichte Krümmung (Sori ca. 1,5 cm), was mir sehr gut gefällt. Soweit ich das erkennen kann, ist die Klinge aus Monostahl ohne Differentialhärtung, sprich, Mune (Rücken) und Ha (Schneide) haben die gleiche Härte, schätzungsweise 55 Rockwell.

Beim Papiertest konnte das Premium II leider nicht richtig überzeugen. Die Schärfe ist nicht schlecht, könnte aber besser sein. Als nächster Test stand Tameshigiri mit leichten Zielen (Tatami omote) an.

Auch hier konnte das Premium II nicht wirklich überzeugen.

Das Vergleichskatana hat eine deutlich bessere Performance gezeigt. Wobei Jens McLeod auch mit dem Premium II einige saubere Schnitte zustande gebracht hat.

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Premium II ein gutes Stück von einem richtig guten Schwert entfernt ist. Zu diesem Preis jedoch überhaupt ein funktionstüchtiges Schwert zu bekommen ist der Hammer und auf jeden Fall eine Überlegung wert.

Abschließend muss noch gesagt werden, dass die hier gezeigten Personen bestimmt mal Profis werden, wenn sie groß sind. Die erwähnten Tests und gezeigten Übungen wurden, bei allem Spaß, unter strengen Sicherheitsvorkehrungen ausgeübt. Eigene sportliche Übungen sollten ausschließlich unter Anleitung eines qualifizierten Lehrers durchgeführt werden. Bei Interesse könnte es helfen folgende Begriffe zu googeln: “Shinkendo Deutschland”, “wissen will wie geht”.

Viel Spaß dabei.

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Luta Livre Training am 01.08.2008 beim Budokan

August 4, 2008

Ok, ihr trainiert also jeden Freitag beim Budokan Bad Rappenau Luta Livre?! Ihr scheint ja von der Sache ziemlich begeistert zu sein und jede Menge Spaß zu haben, aber was macht ihr da eigentlich genau?

- Mit zwei Sätzen lässt sich das nicht beschreiben. Mein Vorschlag: Die 3 “k”, kommen, Kucken, kämpfen. Oder die 3 “t”, teilnehmen, trainieren, tierisch viel Spaß haben :-) Warte, warte, warte, einen hab ich noch, die 3 “b”, beginnen, besonderes erleben, begeistert sein. Doch genug der Wortakrobatik, kommen wir zur Sache. Was geht aaaab? Hier ein paar Eindrücke in Wort und Bild.

Der Pilger und der Wombat im Clinch. Neutrale Position, keiner ist im Vorteil.

Der Pilger springt in die Guard.

Dreht noch in der Luft die Hüfte und landet in der richtigen Position für einen Armbar.

Oder der Wombat ist schneller und springt direkt in den Armbar.

Selbst wenn sich der Pilger auf den Beinen halten kann, hilft ihm das nicht wirklich. Ihm gehen nur 3 Dinge durch den Kopf und zwar in folgender Reihenfolge: Mist - Aua - besser tapen.

Ziemlich blöde Situation. Dein Gegner liegt vor dir auf dem Boden, du bist oben auf und trotzdem verlierst du. Die Technik ist super wenn sie klappt. Klar, das müssen wir noch aus einem anderen Winkel sehen.

Nächste Technik: Schnelles Absenken des Schwerpunktes und Ansatz Double Leg Takedown.

Von unten arbeitet man sich in die Sidemount vor. In dem Fall ist der Arm des Gegners rechts von unserem Kopf. Wir sichern die Position und heben das Schulterblatt an.

Eng übersteigen und Abschluss Armbar.

Sollte der Arm des Gegners links von uns sein, schreit das nach einem Sidechoke. Wir holen uns also die Position und wollen gleich die Submission ansetzen, müssen vorher aber noch die Seite wechseln.

Eine Möglichkeit ist das enge Übersteigen. Spektakulärer ist aber diese Variante :-)

Hier sind wir wieder im engen Clinch. Allerdings sind die Beine spiegelbildlich positioniert.

Für den Takedown bietet sich hier der High Single an.

Zum Schluss noch ein netter Beinhebel.

So viel erstmal für heute. Mehr, wenn wir uns wieder sehen. Ihr müsst unbedingt schauen wie es weitergeht:-)

Luta Livre - Wettkampf, Fitness und Selbstverteidigung mit Spaßgarantie !!!

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Comicempfehlung: All Star Batman

Juli 29, 2008

Es ist mal wieder an der Zeit für die Empfehlung hochwertiger Literatur. Nicht ohne Stolz kann ich an dieser Stelle verkünden, dass ich neben den aktuellen Ausgaben von All Star Batman aus diesem Jahr, auch noch an die beiden ersten Ausgaben aus dem Jahr 2006 rangekommen bin. Mann, ich kann euch sagen, dass war nicht ganz unactig. Nachdem ich in GOG nicht weiter gekommen bin und man mir auch in NYC gesagt hat, dass die ersten Hefte ausverkauft seien, wollte ich schon richtig traurig werden. Aber wenn man etwas wirklich will, dann finden sich auch Wege es zu erreichen :-) Kuckt euch das an:

Wat, 4 Ausgaben brauchen mehr als 2 Jahre um auf den Markt zu kommen, und dann auch noch in unregelmäßigen Abständen, abweichend von den Ankündigungen? Was glauben die eigentlich wer sie sind? Na ja, es sind Jim Lee und Frank Miller. Ihr wisst schon, der Typ aus der ersten Liga mit Titeln wie “The Dark Knight Returns”, “Sin City” oder “300″. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich die Zeichen nicht erkannt habe und in einem Anflug von geistiger Verwirrung die ersten Ausgaben nicht geholt hatte. Die Entstehungsgeschicht von Batman und Robin, dem dynamischen Duo. Gääähn, Klappe die 37te. Was soll daran nach all den Wiederholungen schon spektakulär sein? Aus purer Langeweile habe ich mir die 3. Ausgabe geholt… und wurde in den Sitz gepresst. Super gezeichnet, klasse Bilder. Die DC-Welt in den Anfangstagen von Batman. Dick Grayson und Barbara Gordon sind noch Kinder, Gotham ist korrupt ohne Ende, der Joker ist erst vor Kurzem aufgetaucht, die Justice League hat sich erst neu formiert und die Mitglieder haben zum Teil noch keinen Plan was sie draufhaben. Wonder Woman hoch aggressiv, Vicky Vale und Black Canary super sexy und Batman… arrogant, ultra brutal und findet es geil zu sein wer er ist. Die Jagd war eröffnet und fand erst ihr (vorläufiges) Ende, nachdem alle Ausgaben den Weg nach Hause gefunden haben :-)

Und was haben wir daraus gelernt? Bekannte Gestalten, bekannte Geschichte, nur etwas anders erzählt und der Thrill ist da. Sicher, in der fast 70jährigen Batmanhistorie gab es alles: tolle Geschichten, Müll, naives Zeugs und natürlich echte Klassiker. Aber würde Batman heute beginnen und absolute Meister ihre Fachs wären dafür verantwortlich, dann würde es so aussehen.

Klar bist du jetzt begeistert. Aber auch besorgt, weil du nicht weißt, ob du es schaffst, sämtliche Ausgaben noch zu beschaffen. Den Spaß des Jagens und Sammelns will ich dir natürlich nicht nehmen. Alternativ gibt es aber seit ein paar Tagen ein Paperback mit der Zusammenfassung der ersten Hefte in einem Band. Für Batmanfans ein MUSS. Und für alle anderen… auch :-)

Viel Spaß beim Lesen.

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Sein Ruhm reicht nicht über das Haus hinaus

Juli 1, 2008

Einmal war der Kaiser schwer erkrankt. Er schickte Boten zum berühmtesten Arzt des Landes und bat ihn um Hilfe. Tatsächlich konnte der ihm helfen und der Kaiser wurde wieder vollständig gesund. Überglücklich belohnte er den Arzt reich und lud ihn zu einem persönlichen Gespräch. Er sagte zu ihm: “Dein Ruhm ist wohl verdient. Meine Leibärzte hatten schon alle Hoffnung aufgegeben, doch du hast mich geheilt. Deine Kunst ist unübertroffen. Doch sage mir, du bist weit im Land herum gekommen, gibt es einen Zweiten, der sich mit dir messen kann?”

Der Arzt antwortete: “Herr, ich danke euch für euer Lob. Doch folgendes ist wahr: Ich habe die Gabe das Wesen der Krankheiten zu erkennen. So kann ich sehr viele, selbst schwere Krankheiten heilen und man kennt mich im ganzen Land. Mein älterer Bruder jedoch erkennt die Krankheiten bereits wenn sie noch in einem sehr frühem Stadium sind und er leitet Maßnahmen dagegen ein. So befreit er die Leute vom Unwohlsein und verhindert, dass schwere Krankheiten entstehen. Da er so jedoch gar nicht in die Lage kommt, schwere Krankheiten heilen zu müssen, eilt sein Ruf nicht über die Grenzen unseres Heimatdorfes hinaus. Mein ältester Bruder ist der Erfahrenste von uns. Er weiß, welches Verhalten und welche Lebensweise den Menschen schadet und was sie gesund erhält. Durch leise Hinweise und sanft Einflussnahme hält er seine Leute bei bester Gesundheit. Er ist der Beste von uns, doch sein Ruhm reicht nicht über das Haus hinaus.

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Therapiesitzung - Equipmentcheck 20.06.2008

Juni 22, 2008

Freitag abend, nach einer langen Woche verlässt du endlich das Büro und die Stimmen in deinem Kopf werden immer lauter. Nicht gut. Jetzt müssen unbedingt Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Normalerweise wäre Powern jetzt das Mittel der Wahl. Für mich heute aber auch nur eingeschränkt möglich. Hänge ziemlich in den Seilen. Will nicht hoffen, dass die Stimmung schon auf die körperliche Leistungsfähigkeit schlägt und eine üble Abwärtsspirale in Gang setzt.

Glücklicherweise ist auf das Luta Livre Training Verlass und die Kampfmaschinen reissen mich wieder gut mit. Danach geht es mir besser, aber ich bin noch lange nicht im grünen Bereich. Den restlichen Abend auf der Couch zu verbringen würde mich wieder zurück ins Loch reissen. Also packe ich kurzfristig meine Sachen und gehe nach Outdoorhausen.

Heute wird das Lager mal etwas anders gestaltet. Die equadorianische deluxe Hängematte von Anne und darüber für alle Fälle ein Tarp. Bei einem Vorabversuch habe ich die Hängematte mit einem dehnbaren Seil aufgehängt, keine gute Idee. Inzwischen habe ich eine 8er Reepschnur besorgt, die nur eine sehr geringe Dehnung hat.  So sieht das aus:

Beim Lagerbau leistet die Stirnlampe wieder super Dienste. So ein Teil ist draußen unersetzlich. Heute entfache ich nur ein sehr kleines Feuer. Der Mond ist ziemlich voll und die Temperatur sehr angenehm. Das Problem sind nur die elenden Stechmücken. Habe aber auch daran gedacht und ein nettes Spray besorgt, dass recht wirksam ist. Aaaah, jetzt kann man mal endlich loslassen. Mit etwas zu Trinken am Feuer zu sitzen ist einfach ultra entspannend.

Gegen später gehts dann ab in die Hängematte. Ich versuche mal auf den Schlafsack zu verzichten und statt dessen einen Poncholiner zu benutzen. So ein Teil haben mir Jürgen und Nicole empfohlen, die damit sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Ist im Prinzip eine große, dünne Decke, die trotzdem gut warm gibt.  Teilweise wird es nachts doch etwas frisch, wenn man sich aber richtig einwickelt und mit einem Shemag zur Unterstützung ist es doch ganz gut auszuhalten.

Regen gibt es keinen und so dient das Tarp am nächsten Morgen als Sonnensegel:

Hat richtig Spaß gemacht und, viel wichtiger, mich wieder gut runter gebracht. Das schreit auf jeden Fall nach einer baldigen Wiederholung.

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Kettlebellvergleich

Juni 15, 2008

Hey Wombat, hier kommt das versprochene Bild mit den zwei Kettlebells. Die 16er sieht im Vergleich zu der 40er richtig goldig aus. Bin schon auf Dein neues Baby gespannt. Weit bist Du von dem Teil damit ja nicht mehr entfernt.

Freitag war ein richtig gutes Training. Eine echte Alternative, wenn die Halle mal wieder gesperrt ist. Muss aber zugeben, dass ich ziemlich üblen Muskelkater hab und zwar, … überall :-) Freu mich aber schon auf’s nächste Juggeln.

An die anderen Lutadores: Den Spaß dürft ihr euch das nächste Mal nicht entgehen lassen !!!

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Köln 31.05.+01.06.08 - Technik-36 - Purple Belt

Juni 4, 2008

Am Wochenende geht es wieder einmal nach Köln. Ich bin gerade dabei, die Technik-36 Trainerfortbildung zu absolvieren und jetzt steht mal wieder ein Termin an. Es ist schön, alte Bekannte, aber auch einige neue Gesichter zu sehen.

Das Seminar wird von Andyconda in gewohnt hoher Qualität gehalten. Es wird konzentriert und hart trainiert, ohne den Spaß auf der Matte zu vernachlässigen. Thema des Wochenendes: allgemeine Befreiungstechniken, Drills und Befreiungstechniken aus angesetzten Abschlusstechniken. Das Technik-36 Programm hat ja schon interessant geklungen, tatsächlich ist es aber noch besser als erwartet. Die Techniken sind mir zum größten Teil bekannt, aber gerade im Grappling sind die Details sehr wichtig. Von denen gibt es jede Menge, weshalb sich das Seminar auch inhaltlich für mich voll lohnt. Die Einbindung der Techniken in Drills um die Einzeltechnik in einem Flow intensiv einzuschleifen sind genial. Gegen Ende des ersten Tages bin ich so richtig platt. Als Andy meint, dass wir nun alle Techniken des Tages kombiniert in einem Flow trainieren sollen bin ich erschöpfungsmäßig erst etwas skeptisch, nach wenigen Minuten läuft es jedoch fließend und geschmeidig und macht richtig Spaß. Ok, ich muss dazusagen, dass ich hauptsächlich mit LL-Lehrern trainiere. Die wissen natürlich was sie tun, was den Spaßfaktor noch einmal deutlich steigert.

André und ich übernachten in der Halle. Abends gehen wir zu einem Asiaten Essen. Die Frage Stadt oder Halle, fällt zu Gunsten der Halle aus. Platt wie wir sind werden wir an dem Tag auch nicht mehr alt. Trotz allem experimentiere ich mit meiner Schlafstätte. Das Feldbett bleibt heute verpackt, dafür kommt die Hängematte zum Einsatz. In der Sportschule ist ein starkes Seil an zwei Enden an einem Deckenbalken befestigt. Daran binde ich die Hängematte an. Geht relativ gut, auch wenn ich die ganze Zeit auf dem Rücken liegen muss, was hier nicht ganz angenehm ist. Mein ganzer Rücken fühlt sich nämlich an, als hätte ich eine starken Sonnenbrand. Offensichtlich hat das Training, vermutlich verstärkt durch das Training vom Freitag (eingesprungene Armhebel), die Haut ziemlich beansprucht. Am nächsten Morgen gibt es erstmal das gute Frühstück beim Mäc :-)

Um halb 12 trudeln langsam die anderen Teilnehmer ein. Jetzt wird noch einmal 4 Stunden trainiert. Gegen Ende des Seminars verkündet Andy, dass André Hahn und ich ab sofort als Purple Belt eingestuft werden. Wow, das kommt an dieser Stelle für mich ziemlich überraschend, ist aber sehr erfreulich und klar, stolz bin ich natürlich auch. Damit die Sache auch richtig gewürdigt wird und sich einprägt, hat jetzt Jeder traditionell einen Wurf frei. Nur als Info für alle, die das noch nicht kennen: d.h., alle Anwesenden dürfen die Neugraduierten einmal werfen :-)

Nach den Duschen wird der Heimweg angetreten. Mann, platt bin ich, so platt war ich seit gestern nicht mehr :-)

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Trolli 2008 - 25.05.2008

Juni 3, 2008

Diesen Sonntag treten wir zum zweiten Mal beim Trollinger Halbmarathon an und läuten damit offiziell die diesjährige Laufsaison ein. Vom Budokan Lauftreff starten Mario, Andrea, Karin, Kay und ich. Zusätzlich ist noch Matthias mit dabei. Aufbruch um 9:15 Uhr in Rappenau. Ich hole Matthias ab und wir treffen die Anderen am Stadioneingang in HN. In der Nacht bis in den Morgen hinein hat es ordentlich geschüttet, pünktlich zum Abmarsch kommt aber die Sonne raus. Wollen mal hoffen, dass es nicht zu dämpfig und drückend wird.

Wie bei einigen anderen Gelegenheiten in der Vergangenheit habe ich das Gefühl nur suboptimal vorbereitet zu sein. Das ist wohl der Preis den mal zahlen muss, wenn man auf vielen verschiedenen Hochzeiten tanzen will. Offen gesagt, ich war am Donnerstag eine mittlere Runde laufen und nur zwei und drei Wochen vorher bei den Probeläufen dabei. Was sagt die Trainingslehre dazu? Dududu !! Ich kann nur hoffen, dass mein Körper nicht so pingelig ist und das Kampfsport- und Kraftausdauertraining mit anrechnet.

Etwa um 10:30 Uhr geht es los. Wir haben uns auf die Zielzeit 2 Stunden eingestellt. Schon beeindruckend, tausende Menschen stehen am Start. Ein Block nach dem anderen bekommt das Startzeichen. Die Spannung steigt, ruhig Brauner, 3, 2, 1 und los. Wir laufen zusammen, Mario gibt regelmäßig Zeit und Durchschnittsgeschwindigkeit durch. Es läuft recht gut und macht richtig Spaß. Nach ca. 7 km steigen die ersten Läufer mit hochroten Köpfen aus. Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, auf die Gesamtstrecke gerechnet ist das nicht besonders weit. Entweder sind das die Leute, die am Abend vorher eine Wette verloren haben oder sie haben einfach extrapoliert (Ok, ich schaffe regelmäßig 5 km in 30 min. Weiter bin ich noch nie gelaufen, aber das läßt sich ja leicht hochrechnen. Ich dürfte also knapp über 2 h brauchen). Kleiner Tipp: Ganz so einfach ist es nicht. Besser vorher doch mal ausprobieren.

Bis zur 10 km Marke muss man sich den Haigern hochkämpfen. Der Berg hat es ganz gut in sich. Oben angekommen kann man es erst einmal laufen lassen. Auf der Ebenen unten habe ich erstmal einen kleinen Einbruch. Glücklicherweise geht das wieder vorbei. Es ist zwar nicht optimales Laufwetter, aber um einiges besser als im letzten Jahr. Den ersten Umkipper mit Krankenwagen sehe ich erst kurz vor Klingenberg. Klingenberg raus ist noch mal übel. Ca. 3 km geradeaus. Hier machen so einige schlapp. Krass wie die teilweise steif daliegen und aus leeren Augen zum Himmel sehen. Die letzten 2 km sind hart. Bis hier sind Matthias und ich zusammen gelaufen, doch jetzt trennen sich unsere Wege. Er hat einfach noch ein bißchen mehr Dampf im Kessel. Den letzten Umfaller sehe ich 200 m vor dem Ziel. Bei dem war der Wille die 2 h zu knacken offensichtlich stärker als der Körper, der ihn einfach schnöde im Stich gelassen hat. Ich laufe nach 2:01,35 durch’s Ziel. Die anderen vom Lauftreff kommen ein paar Minuten später fast zeitgleich an.

Drinnen dreht es mir ganz schön den Helm. Tief durchatmen, keine ruckartigen Bewegungen, etwas Schatten und viel trinken. So kann die Regeneration langsam einsetzen. Im Zielbereich haben die Sanis nochmal alle Hände voll zu tun, weil es nicht bei allen so gut klappt.

An dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön an Sandra und Helga für ihre super Unterstützung. Das motiviert echt. Ebenfalls nochmal Glückwunsch Euch beiden zur erfolgreichen Absolvierung Eures ersten Triathlons die Woche darauf.

Infos, Ergebnisse und Bilder vom Trolli gibt es unter: Trollinger Marathon.

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New York - 15. bis 19.05.2008

Juni 2, 2008

Am Donnerstag ist die Nacht irgendwann zwischen 4 und 5 Uhr vorbei. Frag mich nicht wann genau, zu so unchristlichen Zeiten bin ich auf Autopilot. Wir müssen zum Flughafen nach Köln, weil wir nur von da einen Direktflug bekommen haben. Die Autobahn ist frei und wir hätten den eingebauten Puffer nicht benötigt, aber sischer is sischer. Wir fliegen mit Continental, um 11 Uhr gehts los, Dauer ca. 8h, Ankunft in Newark so gegen 13 Uhr (weil wegen die Zeitverschiebung, normal). Von hier geht es mit dem Taxi nach Mannhatten, mitten rein. Hotel Pennsylvania, direkt an der 7th Ave, gegenüber Madison Square Garden. Nur 2 U-Bahn-Stationen bis zum Time Square, im Fashion District.

Ok, ich bin erst zum zweiten Mal in New York und auch jetzt noch weit, weit, wirklich weit davon entfernt zu behaupten, dass ich die Stadt kenne, aber das, was ich bisher gesehen habe ist super. Versteh mich richtig, ich bin Outdoorfan und fühle mich überhaupt nicht unwohl bei dem Gedanken, tagelang auf einem Hügel zu sitzen, den Horizont zu beobachten und zu schweigen nur um festzustellen wie laut ein Flüstern sein kann. New York ist auf der “Was-geht-Skala” so ziemlich am anderen äußersten Ende angesiedelt. Trotzdem hat es mir super gut gefallen und hey, ich hab bisher ja kaum was gesehen.

Das coole an einem Trip über einige Zeitzonen gen Westen: Man ist morgens ab ca. 4 Uhr fit. Einmal muss ich mir einen Spaziergang um 5 Uhr früh durch die Straßen Mannhattans geben. Zu mir hat mal Jemand gesagt, dass es nicht stimmt, dass NY nie schläft, da wäre auch manchmal tote Hose. Jedenfalls nicht bei meinem Rundgang. Hier ist an einem Freitag um 5 Uhr morgens mehr los, als am Samstag Abend um 22 Uhr in der City von HN.

Um 6 Uhr gehts zum Frühstück in einen Dunkin Doughnut. Ich sage dir eins: Falls die irgendwann (was Gott verhüten möge) auf die Idee kommen, in BR einen DD zu eröffnen, brauche ich grob geschätzt 3 Monate und ihr könnt mich Jabba de Manu nennen. Ich würde schon behaupten, dass ich ein ziemlich harter Typ bin, aber als die Lady reinkam und für’s Büro 3 große Kaffee und eine 12er-Schachtel gemischte Doughnuts bestellt hat, da hatte ich Tränen in den Augen :-)

Ansonsten verbringt die Maus den Freitag mit ihrem special interest Programm und ich entdecke zwei sehr wichtige locations:

  1. Midtown Comics, 7. Ecke 40., der Traum jedes Comicfans. Leider ist “All Star Batman and Robin” 1 und 2 auch hier ausverkauft :-( Ich beruhige meine winselnde Kreditkarte und nehme nur “Batman: Hush” mit, tue mir damit aber selber Gewalt an :-)
  2. Border Books vorne im Madison Square Garden drin. Als ich den Laden verlasse habe ich “How to Rock Climb” und Randy Couture “Wrestling for Fighting” dabei. Das klingt jetzt ziemlich schnell und entspannt, ist es aber nicht. Es spielen sich dramatische Szenen ab, weil ich jede Menge meiner Babies zurücklassen muss.

Am Samstag sind wir wieder sehr früh auf der Straße. Wir fahren mit der U-Bahn weit nach Downtown, fast bis an die Südspitze der Insel. Kurzer Exkurs zur Orientierung: Im größten Teil Mannhattans ein Traum. Von Norden nach Süden Avenue, von Osten nach Westen Street. Einfach durchnummeriert. Nicht so in der Gegend in der wir uns gerade aufhalten. Na egal, ich habe eine grobe Karte und als alter Pathfinder kann ich mich ganz leicht an der aufgehenden Sonne orientieren. Gibt es keine Sonne in diesem Land, Chriiist? Gibt es schon. Ist es nicht ok, dass wir unsere Türme bis in den Himmel bauen. Sischer, damit komm ich klar. Aber hey, müsst ihr die Teile wirklich mit Glas verkleiden und verspiegeln? Je nachdem wie ich stehe scheint die Sonne aus einer anderen Richtung. Der gute alte Lederstrumpf hätte sich das Leben genommen :-) Egal, irgendwie schaffen wir es an die Südspitze und haben einen tollen Blick auf den Hudson, die Freiheitsstatue und Ellis Island. Danach geht es hurtig zum Busterminal in der 42. Straße. Von hier fahren wir ca. eine Stunde bis zu einem Outlet-Dorf in New Jersey. Die nächsten Stunden verbringen wir bei strahlendem Sonnenschein mit dem, was viele Frauen besonders gerne tun. Der günstige Dollarkurs hilft, trotzdem muss ich so manche Träne schlucken. Am Abend treffen wir uns mit ein paar Mädels im Hard Rock Cafe und erlauben es unseren erschöpften Körpern kurze Zeit später ohnmächtig zu werden :-)

Am Sonntag steht Sightseeing auf dem Plan. Für einen Überblick drehen wir bei der Downtown-Loop-Tour eine Runde mit dem Bus. So sieht es hier aus:

Am Montag Morgen stehen wir gleich um 8 Uhr am Rockefeller Center um uns “Top of the Rock” zu geben. Schon beeindruckend, kucksch du:

Gegen Mittag müssen wir aus dem Hotel auschecken. Rückfaht zum Flughafen mit dem Bus. Preismäßig viel besser :-) Da hängen wir noch einige Stunden rum bevor wir wieder knapp 8h zurück fliegen. Mittelsitz, schlafen uncool. Von Köln aus nochmal 3h mit dem Auto bis daheim. Starte Operation “wer hat Angst vorm Jetlag”.

Fazit: Super Stadt, nur Bruchteil gesehen, wieder hin will.

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Der Berg ruft oder “In dr Woand bist a goanz a oandr Mensch”

April 27, 2008

Vom 17. bis 20. April haben Jens und ich uns zu einem Kletterkurs beim DAV Pforzheim angemeldet. Donnerstag und Freitag steht von 18 bis 21 Uhr Theorie auf dem Plan, am Samstag und Sonntag soll es von 9 bis 16 Uhr richtig zur Sache gehen.

Tag 1:

Materialkunde. Wir erfahren, was ein Einfach-, Doppel- und Zwillingsseil ist; den Unterschied zwischen einem HMS- und einem normalen Karabiner; was ist ein Klemmkeil, ein Friend, eine Ringschlinge, ein Abseilachter, ….

Danach wird geknotet: Zum Anseilen lernen wir den gesteckten Achterknoten, zum Sichern des Partners den Halbmastwurf, für den Standbau den Ankerstich und den Mastwurf und schließlich zum Abseilen als Zusatzsicherung den Prusikknoten.

Tag 2:

Heute werden die Sachen vom Vortag als Trockenübung am Boden geübt. Beim Seilschaftsklettern: Standbau und Kommandos: Vorsteiger sichert sich mit Mastwurf und ruft “Stand”; Sicherer löst HMS-Knoten “Seil ein” bis das Seil vom Vorsteiger komplett eingezogen ist “Seil aus”; Vorsteiger sichert mit HMS-Knoten “Kommen”; Nachsteiger “Komme” und go. Beim Top Rope gibt es nur die Kommandos “Zu” und “Ab”.

Den Abend beschließen wir bei Jens mit Pizza und als Motivationsfilm “Am Limit”.

Tag 3:

Eigentlich wollen wir heute in die Wand, aber es pullert den ganzen Morgen, deshalb werden wir nicht im Freien klettern, weil die Felsen zu rutschig sind und der Spaßfaktor allgemein nicht an der Oberkante kratzt. Trotzdem fahren wir zum Battert bei Baden-Baden um schon einmal einen Eindruck von den Felsen zu kriegen.

Ooookay, schon klar, das ist noch einer der einfacheren Felsen, aber irgendwie doch schon recht steil und die ersten Sicherungshaken sind ein bißchen weiter oben als ich mir das gedacht habe. Das Klettergebiet sieht zwar super klasse aus, aber irgendwie auch etwas bedrohlich. Am Fuße der Felsen sind … na ja, unebene Felsen. Ich schätze, wenn man aus 2,5m Höhe da einen Grounder (Fachjargon :-) ) macht, kann man sich ziemlich übel verletzen.

Für den praktischen Teil fahren wir zurück nach Pforzheim in die Kletterhalle. Den restlichen Tag verbringen wir da an der Innen- und Außenwand mit Top Rope Klettern. Macht richtig Spaß, auch wenn die ein oder andere Lektion in Sachen Demut mal wieder dabei ist. Randnotiz: Wir brauchen unbedingt vernünftige Kletterschuhe, mit normalen Trekkingstiefeln hat man doch teilweise Probleme.

Tag 4:

Abfahrt in Pforzheim um halb 9. Ankunft am Battert gegen 9:15 Uhr. Es scheint richtig schönes Wetter zu geben, deshalb sind wir früh dran um vor den Horden anderer Kletterer am Fels zu sein. Am Fuß des “Prediger Sitz” wird unser “Basislager” aufgeschlagen. Heute haben wir das Glück, jede Menge Übungsleiter dabei zu haben. Jens und ich bekommen unseren eigenen (Stefan) mit dem wir eine Seilschaft bilden. Los geht’s mit den ersten Touren. Stefan macht den Vorstieg, danach kommen wir hinterher.

Wow, das ist krass. Wir klettern nach, sammeln dabei die mobilen Sicherungsgeräte wieder ein und sichern uns am Ausstieg. Die Aussicht ist super, aber der direkte Blick nach unten erstmal ziemlich gewöhnungsbedürftig.

Als nächstes steht Abseilen auf dem Plan. Jens stürmt vor wo Engel furchtsam weichen. Mir geht erstmal etwas der Gluteus. Sich an einer 30m hohen senkrechten Felswand am Rand stehend nach hinten fallen zu lassen ist keine natürliche Sache. Nein!!!! es ist keine natürliche Sache. Na ja, wie drückt es Jobo (der Kurschefe) für den Fall eines Grounders so schön aus: “Die ersten 29m sind geil, der letzte ist ziemlich scheiße”. Wenn man erst an der Wand hängt, hat man das Übelste hinter sich und es fängt an Spaß zu machen.

Nach 2 Touren geht es zurück zum Basislager. Hier machen wir noch ein paar Top Rope Aufstiege und an einer einfachen Strecke einen Vorstieg.

Von oben wird entweder partnermäßig abgelassen oder abgeseilt.

Gegen 17 Uhr machen wir uns auf den Rückweg. In Pforzheim gibt es zum Abschluss noch ein Essen mit der Gruppe zum entspannten Ausklang. Das Wetter war super und es hat riesig Spaß gemacht. Vielen Dank an Jobo und das Team vom DAV Pforzheim. Der Kurs war super gemacht und ich würde sagen, wir haben eine ganze Menge gelernt. Jetzt sind wir aber so richtig platt. Dank eines starken Espresso überstehe ich die Heimfahrt ganz gut. Daheim angekommen kann ich aber nicht behaupten, dass das Einschlafen besonders lange dauert.

Oh Mann, wieder an der Oberfläche einer ganz neuen Welt gekratzt. Schnell verdrängen und ganz intensiv an etwas anderes denken. Äh, hört ihr das auch? Pssst, seid mal ganz leise! Hört ihr es? Der Berg ruft :-)